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Einleitung

1995
- Seoul
- Puyo
- Pulguk-Sa
- Shimonoseki
- Hiraizumi
- Takamatsu
- Deutschland

1997
- Kagoshima
- Kyongju
- Sapporo
- Deutschland

Glossar, Literatur, Bücher

Bilder:

Teil 2

23. April. Endlich wird es sonnig! Ich habe viel gesehen, und jede Menge Koreaner haben mich auch gesehen. Ich bin angesprochen und fotografiert worden, durfte fotografieren (für Koreaner ist höchstens eine defekte Kamera eine Erklärung dafür, nicht zu fotografieren), und man hat mir Reisrollen (Kimbap, ein typisches Picknickessen) und Getränke geschenkt. Erstaunlich, wie locker man auf Ausländer zugeht. Die Begegnungen laufen stets recht ähnlich ab, die Konversation ist mehr schematisiert als intuitiv. Wenig Menschen sprechen mehr als ein paar Worte Englisch, zu mehr als Standardsätzen reicht es also selten. Jeder lernt zwar Englisch, es ist wie in Japan fast ein nationaler kollektiver Wahn, aber dass jemand frei sprechen kann, ist ungewöhnlich.

Heute habe ich die beiden nördlichen Königspaläste und die königliche Ahnenhalle sowie den Nam-San ("Südlicher Berg") gesehen. Seoul hat insgesamt vier königliche Paläste, und im interessantesten und grössten gab es eine englischsprachige Führung. Der Nam-San ist ein schöner felsiger Berg, der mitten in der Stadt aus dem Asphaltdschungel ragt. Oben stehen die Reste einer alten Festung und ein Fernsehturm. Auf die grosse Aussichtsterrasse wandere ich später abends noch öfter hinauf, man hat einen weiten Blick über die Stadt und kann den Sonnenuntergang hinter den Bergen geniessen. Wo keine Berge sind, da wuchert in allen Richtungen die Grossstadt. Stadtviertel erhebt sich hinter Stadtviertel, so weit das Auge reicht. Sieht man die quadratkilometergrossen Siedlungen aus Wohnhochhäusern, werden die wahrhaft gigantischen Ausmasse der Metropole deutlich. Quer durch Seoul wälzt sich riesenhaft der breite und ruhige Han-Fluss. An seinen Ufern erstrecken sich grosse öffentliche Grünflächen, die an den Wochenenden dicht bevölkert sind. Ich kann mich kaum losreissen vom Blick auf die Stadt. In Richtung der nahegelegenen amerikanischen Kaserne ist die Aussichtsterrasse mit einem Sichtschutz versehen. Viele Städte haben ihr amerikanisches Militärlager, aber Soldaten und Ausrüstung tauchen praktisch nie in der Öffentlichkeit auf, man befürchtet aufwallenden Antiamerikanismus und Ärger mit der Bevölkerung. In Seoul gibt es auch nur einen Bezirk, in dem amerikanische Soldaten häufiger anzutreffen sind (Itaewon), aber die meisten verlassen die Kaserne nicht.

Es ist alles unglaublich interessant in Korea, aber die Preise sind kaum mehr bezahlbar für mich armen Europäer. Seit der letzten Auflage des einzigen über Korea verfügbaren Reiseführers "Lonely Planet" stimmt nichts mehr. Das Preisniveau ist völlig anders, alle vor drei Jahren angegebenen Preise muss man (inflationsbereinigt!) mindestens mit dem Faktor drei multiplizieren. So kostet die Nacht in einem durchschnittlichen Yogwan nicht mehr 5000 Won (ca. 5 EUR), sondern 20000 Won (ca. 20 EUR). Auch manch andere Reiseführerweisheit löst sich still und heimlich in Rauch auf: So sittenstreng wie beschrieben ist Korea gar nicht, Männer und Frauen gehen Hand in Hand, Küsse in der Öffentlichkeit sind nicht mehr tabu. Um billiger zu wohnen, versuche ich in der Jugendherberge anzurufen, angeblich ist nichts frei. Wenn es so weitergeht, bin ich schnell bankrott.

Der Sonntag scheint sich hier nicht viel von den übrigen Wochentagen zu unterscheiden. Es sind mehr Familien und Leute in Wanderkleidung unterwegs. Wandern ist ebenfalls eine nationale Passion, Sportgeschäfte mit aufwendiger Ausrüstung gibt es überall. Korea exportiert entsprechende Artikel in alle Welt, die Wanderer im eigenen Land sehen aus wie frisch aus einem Versandhauskatalog entstiegen. Ihre Kennzeichen sind rote Strümpfe, Kniebundhosen, fesche Jacken, Schlapphüte und oft ein Wanderstab. Hauptrouten und leicht begehbare Wege sind so überfüllt wie eine Einkaufsstrasse, aber weiter entfernte, nicht mit dem Auto erreichbare Gegenden sind fast menschenleer.

24. April. Nördlich von Seoul habe ich den höchsten Gipfel des Puk'ansan Nationalparks erstiegen. Der gesamte Berggipfel ist von einer fünfhundert Jahre alten Festungsmauer umgeben. Am Spätnachmittag versuche ich mit der Organisation eines Jugendherbergsplatzes weiterzukommen, aber es ist trotz des erheblichen Zeitaufwandes nichts zu machen. In Seoul gibt es eine grosse Jugendherberge im südöstlichen Teil der Stadt, aber sie ist schlecht zu erreichen. Beim zentralen Jugendherbergsverband soll man eigentlich ein aktuelles Gesamtverzeichnis bekommen und für das ganze Land Plätze vorbestellen können. Die Büros in der Innenstadt entpuppen sich aber als reine nichtöffentliche Verwaltungsräume. Ärgerlich.

In Korea wirken die Leute nach aussen hin völlig anders als in Europa oder Japan. Für Aussenstehende ist es überraschend, wie leicht die Gefühle hier an die Oberfläche dringen: Man weint, lacht und streitet in der Öffentlichkeit, die Gesichter wirken offener. Emotionen sind überall erlaubt, aber ein Händchen hält man doch vor die Tränen. Dadurch fällt es allerdings noch viel mehr auf, wenn jemand weint. Die Geste schirmt nicht von aussen her ab, sondern der weinende Mensch will die Umgebung nicht sehen, er schirmt die Umgebung von sich ab. Im Saufen, Arbeiten, (Fr)essen hat man ebenfalls Oberklasse erreicht. In der Stadt sind bis spät in die Nacht viele Geschäftsleute im Anzug zu sehen, die in Gruppen auf dem Weg von Restaurant zu Restaurant durch die Strassen wanken. Als alleinreisender Ausländer gehöre ich natürlich nicht zur Familie, werde aber dauernd beguckt (nicht begafft!), befragt, beschenkt. Ich begreife noch nicht, was dahintersteckt und wie ich reagieren soll. Einstweilen nehme ich fröhlich alles Angebotene an, frage nicht nach dem Warum und plausche, so gut es geht, mit jedem, der es will. Als Ausländer habe ich sowieso nichts zu verlieren.

26. April. Mit dem Überlandbus mache ich mich heute in die Provinz auf, fast wäre alles schief gegangen. Die Karte des Reiseführers war total veraltet und ich stand mitten im Nichts statt im Städtchen Chongju, wohin ich eigentlich wollte. Nach eineinhalb Stunden Fussmarsch und mit Hilfe von Pfadfinder-Orientierungsregeln habe ich doch noch in den gesuchten Ort hineingefunden. Das Busterminal war vor einiger Zeit aus der Stadt heraus in ein kleines Dorf verlegt worden. Vorher war es mitten in der Stadt, jetzt liegt es einige Kilometer entfernt auf der anderen Seite eines grossen Flusses. Ein lokaler Bus ist nicht zu finden, aber es gibt teure Taxis ein Tabu für Reisende mit sehr begrenztem Budget. Chongju ist wirklich nicht gross, und die Einheimischen sind keine Langnasen gewöhnt. Bei der ersten Häusern springen Kinder auf mich zu und laufen ein Stück mit mir mit.

Sich in diesem Land mit nur geringen Sprachkenntnissen zurechtzufinden, ist wie ein Puzzlespiel. Leider sind nur einige Stücke vorhanden, die man auch noch intuitiv zusammensetzen muss. Aus allen zugänglichen Quellen muss man mit viel Aufwand Informationen herauspressen und dann ein Gefühl dafür entwickeln, daraus etwas brauchbares zu machen. Einige Hinweise bekommt man durch die selten vorhandenen (schrecklich ungenauen) Touristenkarten, kleine koreanische Schilder vor Ort oder durch Tips von Einheimischen, die man vielleicht auf Englisch fragen kann. Genaue Karten sind nicht verfügbar, weil sie vom nordkoreanischen Gegner für militärische Zwecke missbraucht werden könnten. In jedem Fall ist es mühsam und zeitraubend, abseits der Hauptrouten voranzukommen oder überhaupt etwas zu finden. Die Orientierung in Europa, den USA oder Japan ist im Vergleich dazu ein Kinderspiel. In Korea fühle ich mich ständig hin- und hergerissen zwischen einmalig schönen Abenteuern und Tagen, an denen so gut wie alles an koreanischen Eigenheiten scheitert. Fluchen und Jubeln liegen immer sehr nahe beieinander.

Chongju war einige Jahrhunderte lang Hauptstadt von einem der drei ersten Königreiche Koreas und übte starken Einfluss auf die japanische Kultur aus. Paek'che-Handwerker gingen wegen der andauernden Kriege nach Japan und bildeten dort die Keimzellen einer ganzen Reihe von japanischen Handwerkskünsten, vor allem der Töpferei und religiösen Architektur. Mitte des sechsten Jahrhunderts westlicher Zeitrechnung wurde es mit dem Nachbarkönigreich Shilla vereinigt und versank in politischer Bedeutungslosigkeit. Die Stadt ist ein Geheimtip, die historischen Reste sind nicht zu überladen oder überzogen präsentiert. Das grosse Museum im Ort ist fantastisch. Die Grabbeigaben der Paek'che-Könige strahlen ein ungeheuer hoch entwickeltes Gefühl für Form und Funktion aus. Ihre Grabkammern waren mit gemusterten Ziegeln feinverkleidete Räume, in denen sogar an elegante zwiebelförmige Wandnischen für die Öllampen gedacht wurde. Es verwundert, dass man in der Neuzeit nicht wieder auf die alten und zeitlosen Ideen zurückgegriffen hat. Weisses Porzellan (Yi-Dynastie, aus späteren Jahren), Goldschmuck, Silber, Bronze, Eisenwaren, Töpfe, Ziegel man kann den starken Einfluss der Paek'che-Künstler aus allen Jahrhunderten auf die japanische Entwicklung spüren und sehen.

Zwischen der heutigen industriellen Kultur und den alten Formen ist ein sehr starker Bruch zu erkennen. Nirgendwo sonst in Asien gibt es eine derartige Masse von qualitativ schlechten, durch und durch hastig und geschmacklos gestalteten Konsumgütern und gleichzeitig eine einzigartige historische Handwerkskunst. Extrem stark geschminkte Frauen kaufen sich überladene, kitschige Messingkronleuchter, hundert Meter weiter stehen zeitlos schöne Beispiele perfekter Handwerkskunst aus allen Perioden der koreanischen Geschichte. Die Ausführung privater Gebäude und aller Installationen ist im allgemeinen elend schlecht. Jedes Jahr sterben viele Menschen durch Gebäudeeinstürze und Material- oder Konstruktionsfehler vieler Produkte. Offensichtlich scheint sich eine gebildete Elite der historischen Künste sehr bewusst zu sein, sonst wären die überragenden Museen mit Weltstandard nicht vorhanden.

Vor dem Paek'che-Museum, das auf einem Hügel angelegt wurde, sitze ich noch ein Weilchen, geniesse die warme Abendluft und sehe auf die Stadt hinab. Zwei ältere Mädchen drücken sich in der Nähe herum. Offensichtlich bin ich ihr Gespächsthema. Sie schieben sich kichernd in meine Richtung, bis eine allen Mut zusammennimmt und mich auf Englisch anspricht. Man überreicht mir Schokosticks und eisgekühlten Kaffee in Dosen, wie er hier üblich ist. Ich revanchiere mich mit Importkeksen, die ich extra für diese Zwecke mit mir herumtrage. Die folgenden Standardfragen kenne ich schon zu Genüge: Woher ich komme, wohin ich gehe, wie alt ich bin, Familienstand, warum ich unterwegs bin, warum allein, an welche Religion ich glaube. Erst wenn das absolviert ist, kann man richtig reden. Korea ist noch stark vom Neokonfuzianismus geprägt, in dem eine genau definierte soziale Ordung herrscht. Als Ausländer passe ich nicht in diese Kategorien, mein Gegenüber muss mich erst in das System einordnen können, bevor ich für ihn existent bin. Diese Zusammenhänge sind den jüngeren Leuten meist nicht mehr bewusst, aber das davon geprägte Kommunikationsschema wird weiter unabsichtlich angewendet.

Wir reden anschliessend über alles mögliche, über die Schule, über die Gegend, über Korea. Irgendwie habe ich immer den Eindruck, viel mehr von meinen Gesprächspartnern lernen zu können als sie von mir. Begegnungen wie heute ergeben sich ganz von selbst sogar mehrmals jeden Tag. Nach einer netten Unterhaltung verabschieden wir uns. Anschliessend hüpfen sie noch eine Weile spielend herum, ein Wachmann vom Museum mahnt die beiden zu gutem Benehmen.

Chongju hat viel von dem, wie man sich Asien so vorstellt: Es hat einen riesigen, unglaublich bunten und nach meinem Empfinden exotischen Markt, ziemlich armselige hüttenartige aber lebendige Aussenbezirke, dazwischen lauschige Plätze, die aus dem Lärm herausragen, einen breiten, wilden Fluss und ringsum steile Berge wie überall in Korea. Und Krach, tausende von Restaurants, Motorradlärm, Frauen, die sich über die Strasse hinweg rufend unterhalten.

Unverständliches und kryptisches Leben, ich bin nicht einmal in der Lage, eine Apotheke von einer Spielhalle zu unterscheiden. Ein Traum, in den ich kurz hineinschauen darf, schon allein das ist faszinierend. Darin leben kann und darf ich aber nicht. Nicht in einer Gegend, in der die Leute zusammenströmen, wenn ein Europäer vorbeikommt. Deutschland ist da offener, Ausländer können sich fast überall ungestört niederlassen gerade weil man sie weitgehend ignoriert. Auf dem Rückweg von einem Hügelgräberfeld ausserhalb der Stadt gehe ich nach der Himmelsrichtung quer durch die dörflichen Aussenbezirke zurück. Wenn schon mal Ausländer da sind, dann verlassen sie vermutlich selten die in der Karte eingezeichneten Strassen, und so rufe ich beträchtliche Aufregung auf meinem Weg hervor. Die Leute reagieren nicht mit Emotionen, sondern mit blossem Erstaunen. Man kennt Europäer natürlich vom Fernsehen oder aus grossen Städten, aber wenn einer vor der eigenen Haustür auftaucht und zielstrebig vorbeimarschiert, sind sie sehr überrascht. Wie überall folgen mir Kinder, ein bisschen ehrfürchtig, ein bisschen frech. Die mutigen rufen "Hello", die kleinen sehen mich mit offenem Mund an, die Erwachsenen lächeln milde und beruhigen die Kinder. Es ist nicht leicht, als Tagesereignis durch die Gegend zu wandeln.

27. April. Am Morgen mache ich mich zum abgelegenen Magok-Sa Tempel auf. Der Hausherr des Yogwan führt mich besorgt persönlich zur Bushaltestelle. Im Tempelbereich verbringe ich einen ruhigen Tag. Der Gründer war ein Zen-Meister. Ch'an (Zen) kam wie andere buddhistische Inhalte über Korea nach Japan. Die koreanische Zen-Praxis hat noch heute eine eigene Richtung, aber Zen war nie so gesamtkulturprägend wie in Japan. Ich habe lange einem fantastisch trommelnden und klingelnden Mönch zugehört. Es war ein sehr mitreissendes Erlebnis. Er verwendete eine Holztrommel, Glöckchen und eine Art Gong und trommelt ohne weitere Zuhörer. Die Trommelmusik bewegt sich in Wellen, schwillt an, verklingt, hallt tief und lange nach. Ebenso verklingen die eigenen Gedanken, wenn man sich darauf einlässt, fast so als ob die Trommel alte Verkrustungen in der eigenen Vorstellungswelt lockert. Indem das Instrument den eigenen Geist freilegt und nicht zur Seite drängt, versinkt man nicht bewußtlos in einem mitreissenden Rhythmus, sondern wird wacher und konzentrierter. Es ist die erste Begegnung mit koreanischer buddhistischer Musik, anderswo in Asien habe ich vergleichbares nicht kennengelernt. In vielen Klöstern ist Musik zu hören, ganz im Gegensatz zu Japan und China.

Zurück in Chongju verbringe ich den Rest des Tages bei schönem Wetter im Park und versuche zu entscheiden, wie und wohin es weiter gehen soll.

Auch im Provinzstädtchen Chongju sieht man übrigens sehr gut angezogene Menschen auf den Strassen. Es gibt viele Boutiquen, sie sind teilweise sehr schick. Der allgemeine wirtschaftliche Boom scheint sich nicht nur auf die Millionenstädte zu beschränken.

Ich frage mich immer noch, wer die vielen kleinen Lebensmittelgeschäfte an jeder Ecke leerkauft. Da sind Unmengen Waren überquellend dargeboten, selten ist Kundschaft zu sehen. Die Läden sind bis in den späten Abend geöffnet, die Besitzer stehen nicht mehr die ganze Zeit im Laden. Kommt ein Kunde, wird auch irgendwann jemand zum Kassieren auftauchen. Die Restaurants bleiben leider völlig undurchsichtig für mich. Es gibt weder eindeutige Schriftzeichen oder Schilder, die auf ein Restaurant hinweisen, noch Speisekarten oder irgendein Anzeichen, was eigentlich serviert wird. Ein Restaurant ist meist ein Haus wie jedes andere, wenn Gäste hinter der offenen Tür sitzen, könnte ich nicht einmal sagen, ob das eine Familie beim Abendessen ist oder Kunden, die Leckereien der Küche geniessen. Zusätzlich ist die Gefahr gross, in eines der vielen Fischrestaurants zu geraten, wo roher Fisch zu lächerlich hohen Preisen verkauft wird. Ein Abendessen kann dann plötzlich über 150 DM kosten. Als Einzelperson bekommt man auch nur eine kleine Auswahl der möglichen Gerichte. Die Koreaner scheinen nichts anderes zu tun, als in Gruppen zu essen und zu trinken (es gibt niemanden, der allein unterwegs ist!) und ich kann nicht einmal etwas bestellen, geschweige denn nach den Preisen fragen. Einmal will ich Bekanntes essen, ein süsses Stückchen mit Kaffee. Es hat zehn Minuten gedauert, bis es mir von zwei Bedienungen aufwendig serviert wurde. Es wirkt alles rührend liebenswert und sehr koreanisch. Heute bin ich wieder mit einer landestypischen Delikatesse hereingefallen. Sie sah aus wie ein fritiertes Fischstäbchen. Es war eine kalte, innen zähe, weisse, eklige Masse, die man kaum kauen konnte. Fischleim mit Reismehl? Es schmeckte genau so und war auch teuer, vermutlich Hundefutter für edle Zuchtköter, die dann in der Suppe landen.

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