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Haiku erleben Tom kennenlernen Wohngemeinschaft weit weggehen mehr Inhalt |
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Vor- und Nachteile Mietverträge Geld Konflikte
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Reine Männer- oder Frauenwohngemeinschaften sind im Schnitt sicher nicht schöner oder erstrebenswerter als gemischte WGs oder umgekehrt. Wer viel Wert auf das Geschlecht der Mitbewohner legt, hat nicht begriffen, was wirklich wichtig beim Zusammenleben ist. Für Anmache und Aufdringlichkeiten ist die WG sowieso ein denkbar schlecht geeigneter Ort, weil sich auf diese Weise unter Druck gesetzte Leute kaum weiter zurückziehen können und möglicherweise nur noch im Wegzug eine Lösung sehen. Dann löst sich das Problem und häufig löst sich die WG gleich mit auf. Paare passen meist nicht so gut in Wohngemeinschaften, weil sie automatisch feste Gruppenbildung implizieren und damit Gräben ziehen. Niemand hat es gern mit Doppelkörpern zu tun. Mit einem schmusenden Paar muß man anders und distanzierter umgehen als wie mit einem einzelnen Mitbewohner. Man umgeht die beiden höflich. Wer will schon jemand zum Essen einladen, wenn er sich damit automatisch jedesmal auch den/die Partner/in des Eingeladenen an den Tisch holt? Was, wenn über einen der beiden in Anwesenheit des anderen gesprochen wird? Befreiender Humor, sich mal über jemand lustig machen, ein offenes Problem klar benennen wird man da kaum mehr können, da die Gefahr groß ist, daß der Anwesende Partner/die Partnerin eine Schnute zieht und verschnupft reagiert, weil die Mitbewohner die Schwächen des Partners kritisch oder witzig auf den Tisch bringen. Wieso sollen sie auch ihren Mitbewohner durch eine Sonderbehandlung von Kritik oder Spaß ausnehmen? Sicherlich können und dürfen intimere Partnerschaften in Wohngemeinschaften entstehen. Wenn die Wohngemeinschaft zur Lebensgemeinschaft wird, wird dabei die Gleichheit unter Gleichen mehr oder weniger kippen. Es liegt zum Teil an den Paaren, die Auswirkungen auf ihre Mitbewohner erträglich zu halten. Schaffen sie das nicht, isolieren sie sich damit vor allem selbst und müssen sich irgendwann fragen, ob sie in der gegenwärtigen Wohnform glücklich werden können. Die Wärme der Wohngemeinschaft addiert sich jedenfalls nicht zur Wärme einer Partnerschaft, sondern hebt sich teilweise auf. Die Anziehungskräfte zwischen den Mitgliedern einer Wohngemeinschaft sind ohnehin geringer, als schwüle bürgerliche Phantasien es vermuten lassen könnten. Mitbewohner sieht man nicht nur bei gedämpftem Licht in stimmungsvoller Umgebung, sondern jeden Morgen mit verklebten Augen und gähnend am Frühstückstisch. Wenn sich freilich in dieser banalen Normalität des Daseins Beziehungen entwickeln, dann sind sie vielleicht im Durchschnitt sogar stabiler und ehrlicher als anderswo - solange sie nicht durch den dumpfen Dauerdruck eines baggernden Mitbewohners entstanden sind. |
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