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Neueinzug

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Meine Wohngemeinschaft

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Vor- und Nachteile von Wohngemeinschaften

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Pluspunkte:

Das Leben in einer WG kann, aber muß nicht preiswerter sein als das Alleinwohnen. Viel häufiger kommt es vor, daß man in einer Wohngemeinschaft statt großer finanzieller Ersparnisse mehr Wohnqualität erreicht: Eine schöne Wohnung oder sogar ein Haus, mehr Platz, die Möglichkeit Gäste einzuladen, Haushaltsgeräte und mehr. Zudem sind größere Wohnungen pro Quadratmeter eher billiger als kleine. Einzeln wohnende Menschen zahlen quasi einen Mindermengenzuschlag.

Gemeinsam genutzter Wohnraum ist ökonomischer. Eine Heizung verfeuert die gleiche Menge Brennstoff, egal wieviele Menschen in einer Wohnung leben. Die bewohnte Quadratmeterzahl pro Person steigt seit Jahrzehnten immer weiter an und in gleichem Maß der Neubau landschaftsfressender Siedlungen und Infrastruktur. Die Existenz von Wohnformen wie Wohngemeinschaften wirkt dem entgegen.
Beispiel: Stuttgart hat in den letzten zehn Jahren 25000 Einwohner verloren, trotzdem sind 20000 neue Wohnungen entstanden, die Mieten steigen rapide und der Wohnungsmarkt ist äusserst eng. Pro Wohneinheit ging die Zahl der Bewohner auf 1,91 je Wohnung zurück. Zugleich wuchs der Wohnflächenbedarf auf satte 38,7 Quadratmeter pro Einwohner (Quelle: Amtsblatt 43/2001). Mit viel Beton großflächige Einzelsärge zu schaffen ist kein Trend mehr, sondern Dauerzustand geworden.

In unserer familienarmen Zeit gibt es wohl nirgends einen besseren Platz, um Dinge wie soziale Intelligenz, Kommunikations- oder Teamfähigkeit in echten, hautnahen Situationen zu lernen. Im Gegensatz zur "echten" biologischen Familie sind alle gleichberechtigt. Ein Arbeitgeber ist gut beraten, wenn er Bewerbern, die sich in Wohngemeinschaften wohlfühlen, das als dicken Pluspunkt anrechnet.

Mitbewohner um sich herum zu haben, mit denen man reden, streiten, lachen kann, Nestwärme spüren und schnelle Hilfe aller Art erfahren, das erlebt man am ehesten in Wohngemeinschaften. Abends in die dunkle Wohnung heimzukommen, sich ein armseliges Fertiggericht gegen den Hunger zu brutzeln, anschließend zu telefonieren oder vor der Glotze abzuhängen, ist in einer Wohngemeinschaft selten der Normalfall.

 

Minuspunkte:

Es kann natürlich mehr Nerven kosten, in einer WG zu leben als allein. WG-Leben könnte eine ständige Quelle für Konflikte aller Art werden, womit auf Dauer nicht zurechtzukommen ist.

Sicher gibt es eine Privatsphäre, aber so privat wie in einer eigenen Wohnung wird man es in einer Wohngemeinschaft selten haben. Die Angst vor dem Verlust der Privatsphäre ist ein klassischer Grund, die Wohngemeinschaftswohnform für sich abzulehnen. Wer nur nackt zur Dusche gehen will, ist in WGs tatsächlich schlecht aufgehoben.

WG-Bewohner werden oft milde belächelt oder in Schubladen gesteckt. Je nach dem erscheint man nach dem Outing besonders cool oder uncool, finanzschwach, als Müslifan oder was die Massenmedien eben gerade für ein Bild von WGs zeichnen.

Eine Wohnung für eine Wohngemeinschaft zu finden, ist deutlich schwerer als für einen Single oder eine Familie. Vermieter haben oft Vorurteile gegen WGs. Besonders paradox verhalten sich eine Reihe von Wohnbaugenossenschaften, die eigentlich aufgeklärter sein sollten und trotzdem WGs aus nicht nachvollziehbaren Gründen gnadenlos diskriminieren. Unrühmliche Beispiele dafür: Die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg eG oder der Bau- und Wohlfahrtsverein Stuttgart.

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