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Haiku erleben Tom kennenlernen Wohngemeinschaft weit weggehen mehr Inhalt |
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Vor- und Nachteile Mietverträge Geld Konflikte
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Das Thema Sauberkeit sollte sehr offen und realistisch geregelt werden. Was realistisch ist, sieht man sehr schnell in der Praxis. Unrealistische Abmachungen befolgt irgendwann keiner mehr. Unausgesprochene eingefahrene Sitten sind für Neulinge ungeeignet und lassen zu viel Raum für schleichenden Schlendrian, der irgendwann explosiven Ärger ergeben kann. Je größer die Zahl der Mitbewohner, desto schwieriger wird alles. Bei zwei oder drei Bewohnern weiß jeder, von wem der vergessene stinkende kalte Kaffee stammt, ab drei Bewohnern beginnt schon wieder etwas Anonymität, hinter der sich Einzelne verstecken können. Ein gutes erprobtes System bei größeren WGs ist der gemeinsame Putztag, an dem alle gemeinsam einmal in der Woche das "100%"-Sauberkeitsniveau erreichen wollen. Wer verhindert ist, putzt eben einen Tag früher oder später. Die Wohnung wird in Bereiche aufgeteilt ("Küche", "Bad", "übrige Gemeinschaftsräume"), durch wöchentliche Rotation kommt jeder regelmäßig in den Genuß eines anderen Wohnungsbereichs. Ebenso kann das rotierende Ehrenamt eines "Hausmeisters" vergeben werden. Der jeweilige "Hausmeister" hat Recht und Pflicht, putzfaule Mitbewohner höflich an die gemeinsamen Abmachungen zu erinnern. Ein Beispiel für einen derartigen Plan als pdf-Datei findet sich hier und hier als gif-Bild. Die gestrichelte Linie stellt einen verschiebbarer Zeiger dar. Manche WGs leisten sich eine bezahlte Putzhilfe - auch eine Lösung, und gar nicht mal eine schlechte, denn die Kosten teilen sich die Bewohner. Einem Einzelhaushalt wäre das wahrscheinlich zu teuer. Was tun bei akutem Siff? Das gleiche, was man tun würde, wenn man allein wohnt: Aufräumen oder liegenlassen und noch etwas dazustellen. Bitte nicht intrigieren, irgendwelche Ermahnungszettel aufhängen, besser das Thema offen vor den anderen zur Sprache bringen und im Zweifelsfall über den Müll hinwegsehen. Je länger er steht, desto mehr rückt er auch dem Verursacher wieder ins Bewußtsein. Spezielle Probleme ergeben sich durch vordergründig nichtige Kleinigkeiten, die sich mit der Zeit gewaltig aufsummieren. Das ist zum Beispiel die halb leergetrunkene Tasse Tee, die allmorgendlich in schöner Regelmäßigkeit auf dem Frühstückstisch stehenbleibt und dem nachfolgenden Frühstücker nicht gefällt. Einmal trägt er sie weg, vielleicht auch zehnmal, aber irgendwann regt er sich über die Gedankenlosigkeit des Vorgängers auf. Dabei klingt es nach außen hin so lächerlich und kleinlich, es ist ja nur eine halbe Tasse Tee! Leider ist es nach einem Jahr ein Turm von 365 herumstehenden Tassen. Wem irgendwann der Kragen platzt und die vorgefundene Tasse gegen die Wand knallt, hat erst recht verloren. Die einzige Möglichkeit, diese Situationen gar nicht erst zu einer Konfliktsituation anwachsen zu lassen ist, so frühzeitig wie möglich ohne Girlanden darüber zu reden. Ursache der meisten Kleinigkeiten ist der winzige gedankenlose Egoismus, den jeder mehr oder weniger mit sich herumträgt. Wer darauf fixiert ist, beim Frühstück die zehn Sekunden einzusparen, die er länger im Bett liegen geblieben ist, für den verschwindet seine stehengelassene Tasse Tee völlig aus dem Bewußtsein. Istjanichtsowichtig. Undwech. Sollen sie sich mal nicht so aufregen über Kleinigkeiten, die Spiesser. Von wegen! Gerade diese aufsummierten Dauerkleinigkeiten sind der Sprengstoff für die meisten Konflikte. Provokante Gegenaktionen (zum Ausgleich abends eine Flasche Bier stehen lassen) sind verführerisch, wirken aber höchstens symptomatisch und lösen den entstehenden Konflikt nicht, tragen nur irgendwann zur Eskalation bei. So lassen sich weder in Wohngemeinschaften noch im übrigen Leben Probleme lösen. |
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