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Zwischen- und Ferienmieter, Gäste

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Ein WG-Zimmer lässt sich im Gegensatz zu einer Wohnung leichter an Zwischen- oder Ferienmieter weitergeben, falls man einmal wegen eigener Abwesenheit das Zimmer für einen bestimmten Zeitraum nicht benötigt. Der Ferienmieter zahlt dem Hauptmieter die Miete, im Grunde eine prima Sache.

Zumindest theoretisch. In der Praxis erweisen sich Zwischenmieter meist als Leute, die viele Probleme mit sich bringen und zuweilen sogar als Katastrophe. Sie sind oft bloss an einer billigen Schnellunterkunft interessiert. In einer WG ist ja alles vorhanden. Mitbewohner und drumherum ist eine Zwangsbeigabe, die sie notgedrungen in Kauf nehmen. Sie können oder wollen sich für die begrenzte Zeit ihres Aufenthalts nicht integrieren. Die Mitbewohner ihrerseits beissen gezwungenermassen die Zähne zusammen und zählen die Tage bis zum Auszug. Erziehungsmühen für Ferienmieter aufzuwenden, scheint angesichts der begrenzten Zeit und der mangelnden Integrationsbereitschaft verlorene Liebesmüh, vor allem wenn sich die WG-Bewohner wiederholt dieser Aufgabe ausgesetzt sehen.

Häufige Anwesenheit von Ferienmietern führen genau wie viele Dauergäste zu Unrast und Beliebigkeit. Die WG verkommt zur Bühne mit schnell wechselnder durchtrampelnder Truppe, auf die sich keiner der eigentlichen Bewohner mehr richtig einstellen kann. Nestwärme und "zu Hause sein" vermindert sich, stattdessen wird das Gefühl eines öffentlichen Raums stärker, den alle möglichen zufällig anwesenden Leute besetzen und in dem sie ihre Probleme ungewollt oder gewollt abladen.

Gäste die immer wieder auftauchen, können manchmal noch schlimmer sein. Wenn in einer fünfer-WG tagelang sieben Leute rumhängen, kann das ans Limit gehen. Gäste kosten immer Geld und Nerven. Beim Putzdienst oder mit einer Spende an die Hauskasse für die von ihnen verursachten Mehr-Nebenkosten sind sie selten dabei, häufiger erlebt man Duschblockierer, Trampeltiere, Stehpinkler, Siffer, Raucher in der Nichtraucher-WG, Leute mit denen man gar nicht zusammenwohnen will aber indirekt muss. Als potentielle Mitbewohner bei einer Zimmerbesichtigung hätte man sie ganz schnell nach draussen befördert. Den freigiebigen Gastgebern fehlt oft genug das Bewusstsein dafür. Schliesslich profitieren sie von der Lastverteilung. In ihrer Privatwohnung wäre es ihre Sache, aber so wird ganz automatisch einiges auf den Mitbewohnern abgeladen.

Man muss aktiv gegensteuern:

  • Nur Ferienmieter aufnehmen, die alle WG-Bewohner noch vor der Zusage persönlich gesehen und gesprochen haben. Ähnliche Kriterien wie für einen "richtigen" Neueinzug setzen.
  • Zwischenmieter sollten eine Kaution hinterlegen müssen, damit ihre offenen Rechnung gedeckt sind, falls sie es vorziehen, plötzlich zu verschwinden.
  • Ferienmieter und häufig anwesende Gäste sollten von Anfang an an den Gemeinschaftsaufgaben beteiligt werden, sonst fühlen sich die übrigen WG-Bewohner sehr schnell als Servicepersonal missbraucht.
  • Gäste, die immer wieder auftauchen, haben sich in Form einer Spende an die Hauskasse an den erhöhten Nebenkosten zu beteiligen. Wo die zeitlichen Anwesenheitsgrenzen dafür liegen, sollte man vorab festlegen. Ist es dem Gastgeber zu peinlich, seinen Gast zu einer Spende anzuhalten, zahlt er eben selber. Eine Wohngemeinschaft ist kein Hotel, in dem die lang Anwesenden den kurz Anwesenden die Rechnung bezahlen.
  • WG-Mitbewohner, die aus Geldgier ihr Zimmer unbedingt in jeder kleinen Phase eigener Abwesenheit weitervermieten wollen, haben in einer WG nichts zu suchen. Die meisten würden niemals ständig wechselnde Wochenendmieter in ihre Privatwohnung einquartieren, bei einer WG scheinen sie weniger Hemmungen zu haben. Ihnen selbst ist es schnuppe, da sie ja weit entfernt sind und die Mitbewohner es schon richten werden. So etwas der eigenen WG aufzuladen ist in höchstem Maße unsozial.

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